5 Fragen an Delia Anthamatten

Diese Woche plaudern wir mit unserer Chef de Réception. Die Rezeption, der Drehpunkt und das Herzstück eines jeden Hotels. Wir stellen Delia 5 Fragen, die uns schon lange unter den Nägeln brennen.

1. Arbeiten die Zermatter eigentlich ausschliesslich in der Hotellerie?

Sicherlich sind die Zermatter affiner, wenn es um den Tourismus geht. Wir wachsen mit der Hotel- und Gastronomiekultur auf und das packt dann die einen oder anderen irgendwann. Viele schlagen daher diesen Weg ein und absolvieren eine spezifische Ausbildung. Natürlich gibt es auch viele, die bereits in einem Hotelbetrieb aufwachsen. Dann ist es naheliegend, dass diese die Betriebe früher oder später übernehmen. Nach der Schule war für mich klar, dass ich in die Hotellerie möchte und habe die Ausbildung zur HGA (Hotel und Gastronomie Assistentin) im Goms in Angriff genommen. Diese Ausbildung ist gleichwertig mit der Hotel-Kommunikationsfachfrau EFZ der Deutschschweiz. Anschliessend habe ich die Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich absolviert, um einen breiteren Horizont zu erlangen.

2. Was war deine kultigste Erfahrung an der Rezeption?

Während der grossen Bankenkriese 2008 hatten wir in einem Stadthotel einen Banker als Gast einquartiert. Eines Tages ging plötzlich der Feueralarm in einem der Zimmer los. Alle Gäste stürmten aus dem Hotel und wurden evakuiert. Alle bis auf diesen einen Banker. Auf die Klopf- und Rufsignale reagierte der Banker nicht, worauf ein Feuerwehrmann die Türe aufbrechen musste. Der Bankier wurde vorgefunden, wie er gerade dabei war seine gesamten geschäftlichen (und offenbar delikaten) Dokumente mit einem Feuerzeug zu verbrennen. Der Gast wurde umgehend verhaftet und in Handschellen abgeführt. Das war der Beginn seiner Haftstrafe.

3. Was ist neu an der Mama Rezeption?

Wir werden neu zwischen Front und Back Office unterscheiden. An der Rezeption (Front Office) soll die Gästebetreuung ganz klar im Fokus stehen. Die neue Rezeption wird daher ganz im Sinne des Gastes zur Wohlfühloase gestaltet, wo die Gäste bei einem Tee oder Glas frischem Zermatter Wasser einchecken, das Ski-Ticket kaufen oder wertvolle Tipps von der Familie Mama erhalten. Im Back Office werden die täglichen Abläufe und das Bürokratische verwaltet. Wir gewinnen dadurch an Effizienz. Zudem ist so unsere Erreichbarkeit den ganzen Tag sichergestellt und unsere Gäste werden noch besser betreut.

4. Beim Chef de Réception zu Hause: Was erwartet deine Gäste?

Meine Gäste erhalten selbstverständlich immer einen Apero offeriert. Mir ist ein schön gestalteter Tisch sehr wichtig. Die Servietten werden passend zur Deko gewählt und von mir persönlich gefaltet. Gewärmte Teller und ein gut abgestimmtes und leckeres Menü sind Pflicht. Dazu darf natürlich eine feine Flasche Wein nicht fehlen.

5. Warum ist es cool in einem familiengeführten Hotel zu arbeiten?

Natürlich spielt die langjährige Erfahrung über Generationen eine entscheidende Rolle. Man kann viel lernen und hat Einsicht in unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. Es ist auch einfacher eigene Inputs anzubringen, denn die Hierarchie ist eher flach und man hat immer eine entscheidungsberechtigte Ansprechperson. Ich schätze auch die intensivere Gästebindung, denn viele Gäste kommen jedes Jahr, manche auch mehrmals. So entstehen interessante Bekanntschaften und man freut sich einander wieder zu sehen. Bis nächste Woche Liebling! Wir haben dir wieder eine spannenden Story zum Erzählen!

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